NaNoWriMo – bestimmt seid auch ihr schon mal über dieses seltsame Bandwurm-Kürzel gestolpert und habt euch gefragt, was eigentlich genau dahintersteckt. Der NaNoWriMo ist das wahrscheinlich größte gemeinschaftliche Online-Schreibprojekt der Welt. Allein im letzten Jahr haben sich 413.295 Menschen auf sechs Kontinenten daran beteiligt. Dabei hatte der Gründer Chris Baty seine Non-Profit-Initiative 1999 eigentlich nur für die USA geplant, daher auch der Name: National Novel Writing Month, auf Deutsch: Nationaler-Roman-Schreibe-Monat. Batys Grundidee aber gilt bis heute: Zeitgleich mit möglichst vielen anderen innerhalb von 30 Tagen während des Novembers einen Roman oder eine Novelle mit mindestens 50.000 Wörtern zu schreiben. Baty war nämlich davon überzeugt, dass durch das zeitgleiche Schreiben und Konzentrieren auf ein Ziel eine ungeheure Welle gemeinschaftlicher Kreativität entsteht, die sich auf jeden Einzelnen überträgt und alle mitreißt.

50.000 Wörter

50.000 Wörter – das sind 1667 Wörter täglich und das einen Monat lang, Tag für Tag. Jeder, der schreibt, weiß natürlich, dass es schwierig ist, in einem Monat mit nur 50.000 Wörtern einen ganzen oder halbwegs guten Roman zu schreiben. Aber darum geht es beim NaNoWriMo auch nicht. Hauptziel ist es die Hemmungen, Selbstzweifel und alles andere, was sonst beim Schreiben ausbremst, zu überwinden und einfach ins Schreiben kommen. Auf den inneren Kritiker sollte in dieser Zeit niemand hören, der kommt erst bei der Überarbeitung wieder zu Wort. Die zeitliche Begrenzung des Projekts auf den November soll die TeilnehmerInnen zusätzlich anspornen, sich ganz auf die Rohfassung zu konzentrieren. Alles umschreiben und korrigieren kann man danach ja immer noch.

Weltweite Bewegung

Längst hat das Projekt weltweit Anhänger und viele nationale Ableger, aber nach wie vor lebt es von Spenden und dem Engagement vieler Freiwilliger. So bilden sich unter dem Schirm des NaNoWriMo jedes Jahr auch viele kleinere regionale Schreibprojekte (virtuell und analog), die die Teilnehmer zusätzlich dabei unterstützen, während der 30 Tage dranzubleiben.

Das Mitmachen ist sehr einfach: Jeder (egal ob Anfänger oder Profi), der sich auf der Plattform registriert, erhält Zugang zu den regionalen Sektionen, Foren, Buddy-Gruppen und allen anderen Tools der Plattform. Aber auch offline finden sich Gruppen und Events, in denen die Dynamik des NaNoWriMo genutzt wird. Das Wichtigste ist, dass jeder vor dem Start am 1. November sein persönliches Ziel festlegt (z.B. Ich will jeden Tag 1.700 Wörter schreiben, oder: ich will bis Ende November die Rohfassung fertig haben) und täglich über das Erreichte Rechenschaft ablegt.

Kleiner Trost. Selbst wenn ihr die 50.000 Wörter-Latte reißt oder sogar nur die Hälfte der angestrebten Seitenzahl schafft: Alles ist besser als gar nicht schreiben!